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Mehr aus Hobby machen 10.11.2009 - WIESBADEN
Von Ingeborg Toth
FILM-AKADEMIE Besucher erhalten bei Workshops Einblicke
Dreharbeiten im ESWE-Bus, mit 35 Statisten und zwei Hauptdarstellern: Es geht um einen jungen Mann, der auf der Fahrt durch die Stadt öfter ein Mädchen trifft, das er gern kennenlernen möchte. Die Szene der ersten Begegnung wird wieder und wieder gezeigt - in den verschiedensten Variationen. Filmemacher Sebastian Linke demonstriert in der Scaramouche-Film-Academy, die jetzt eröffnet wurde, wie wichtig der Ton ist, was "Special-Effects" bewirken: "Gut sind die, die man nicht bemerkt."
Den ganzen Tag über kamen Besucher in die Akademie-Räume in der Friedrichstraße 9, um an halbstündigen Workshops teilzunehmen. Darunter auch Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, dessen Sohn Leon die Scaramouche-Schauspielschule besucht, die vor zwei Jahren an den Start ging. Das Stadtoberhaupt ließ sich vom Konzept der privaten Bildungseinrichtung überzeugen und tritt nun als Schirmherr auf. Er machte der tüchtigen Initiatorin beider Institutionen, Corinna van Eijk, Mut: "In Wiesbaden braucht alles ein bisschen Anlaufzeit, aber dann läuft´s."
 In den Seminarräumen hängen alte Filmplakate an den Wänden, Übungskameras waren aufgestellt, ein Schneidetisch aufgebaut. Ein gut aufgelegtes Dozententeam weihte das Publikum in Geheimnisse ein. Filmen und schneiden wie die Profis kann man lernen, so das Credo. Es geht darum, aus einem Hobby mehr zu machen. Grundsätzlich, so hieß es, kann man mit der teuersten Kamera die schlechtesten Bilder machen. Und "tolle Bilder" mit einer schlichten Videoausrüstung, wenn man das Know-how hat.
Wozu man ein Storyboard braucht, erklärte Alex Scheid: um einzelne Filmszenen skizzenhaft darzustellen, Drehbücher zu visualisieren. Dozent Michael Schwarz beschäftigte sich mit den Aufgaben eines Regisseurs, der zugleich die Produktion übernimmt. Wie wichtig Kameraführung und Lichtgestaltung sind ("Tageslicht ist nicht gleich Tageslicht"), erläuterte Alexander Griesser. In die Geheimnisse des Filmschnitts führte Michèl Hamann ein. Der Goldene Schnitt und die Drittelteilung eines Bildes können bei der Bildgestaltung hilfreich sein, so Vanouch Balian.
Nach jedem Referat kamen viele Fragen aus dem Publikum. Etwa die, ob Teile der notwendigen Ausrüstung auch zu leihen seien. Antwort: Ja, beim "Pille Filmgeräteverleih" Unter den Eichen lässt sich tageweise alles ausleihen, was man für einen Film - gleich welchen Genres - braucht.
Die Scaramouche-Film-Academy will neben Block-Seminaren an Wochenenden auch Abendkurse in den einzelnen Bereichen wie Tonaufnahme und Tonschnitt oder auch Farbkorrektur anbieten. Es geht der Akademie darum, filmtechnische Begriffe transparent zu machen und die Grundlagen der Filmästhetik zu vermitteln.
Übrigens besitzen die Dozenten der neuen Film-Akademie auch bei Medienwissenschaftlern einen guten Ruf. Der eine oder andere empfiehlt sogar, in der Friedrichstraße erst mal "reinzuschnuppern", bevor man ein entsprechendes Fachhochschul- oder Universitätsstudium beginnt.
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ERÖFFNUNG UND TAG DER OFFENEN TÜR DER SCARAMOUCHE FILM ACADEMY
Das Scaramouche Film-Team sowie die hochinteressierten Besucher waren rundum begeistert mit dem Verlauf der Eröffnung. Für alle war es extrem motivierend zu erleben, wie sehr sich die Besucher für die Materie des Filmemachens interessierten und das Angebot wahrnahmen, sich detailliert zu informieren. "Dies ist die ideale Vorbereitung für meine zukünftige Berufswahl", so eine Schülerin einer 12. Klasse. Es war geradezu faszinierende zu erleben, wie detailreich sich die Besucher informierten. “Ich bin froh, dass ich endlich eine Einrichtung gefunden habe,wo mir die wichtigen Effekte und Details beim Filmen explizit erklärt werden könn en", so ein engagierter "Hobbyfilmer". Offenbar herrscht nicht nur bei den "Hobbyfilmern" doch noch ein ungeheurerer Bedarf, die Feinheiten des Genres zu ergründen.
Auch Schüler und Studienanfänger ohne große Filmerfahrung nutzten die Erklärungen unserer berufserfahrenden Dozenten, sich Einblicke in ihr künftiges Wirken zu ermöglichen. Es darf davon ausgegangen werden, dass viele von ihnen das breitgefächerte Angebot künftig nutzen werden.
Dieses selbst für unsere Dozenten in diesem Ausmaß kaum erhoffte Interesse wirkt natürlich auch auf sie äußerst motivierend. So kann man abschließend sagen, dass für beide Seiten der Tag der offenen Tür eine ungemein befruchtende und motivierende Veranstaltung war, die für die Zukunft noch außerordentliche Ergebnisse erwarten lässt.
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Wiesbadener Tagblatt vom 27. Oktober 2009 von Ingeborg Toth Solides Grundwissen SCARAMOUCHE Film-Academy will Freude an der Realisation vermitteln WIESBADEN. Wer mit der Kamera oder dem Camcorder schon mal bewegte Bilder aufgenommen hat, der weiß, es macht richtig Spaß, eine Geschichte in Bildern zu erzählen. Allerdings sollte man die Vorzüge, die die moderne Technik bietet, auch einzusetzen wissen. Solides Grundwissen will die Scaramouche Film-Academy vermitteln, die am Samstag, 7. November, an den Start geht. Sie öffnet von 12 bis 17 Uhr die neuen Räume in der Friedrichstraße, die der Scaramoche Schauspielschule angegliedert sind. Vor Ort stellt sich das Dozenten Team um Sebastian Linke vor. Der frei e Filmschaffende , Jahrgang 1974, hat die Filmklasse der Akademie der Bildende Künste in Mainz besucht, war Meisterschüler von Professor Dr. Harald Schleicher und verantwortlicher Leiter des Filmprojekts der Wiesbadener Helene Lang Schule. „ Wir zeigen Interessierten jeden Alters, wie sie ihre Ideen für einen Film einfach und effektiv realisieren können“, so Linke. 
Corinna van Eijk ist Leiterin beide Bildungseinrichtungen:“Die Schauspielschule bringt Kinder und Jugendlichen vor die Kamera“, sagt sie. „ Da ist die Idee entstanden, auch die Arbeit hinter der Kamera zum Thema zu machen“ Linke erklärt:“ unsere Idee ist, sämtliche Bereiche des Filmemachens abzudecken. Wir möchten keine Kameraleute ausbilden, sondern einen Überblick geben über alle Felder. Wenn ich eine Geschichte schreibe und keine Ahnung von Montage habe, dann fehlen mir wichtige Grundkenntnisse.“ In welchen Bereich man sich dann letztlich bewege, ob man einen Dokumentarfilme mache oder eine Familienfeier in Szene setze, sei nicht wichtig:“Die Grundlagen sind immer die gleichen. Ich muss wissen, wie ich Bilder gestalte, muss einen Ton sauber aufnehmen, und ihn zusammen mit Musik sinnvoll einsetzen können.“ Diese Grundkenntnisse seien in allen filmischen Bereichen wichtig.“ „Richtig durchstarten“ will Corinna van Eijk mit der neuen Film-Academy. Sie verspricht bei Scaramouche intensive Betreuung in einer Atmosphäre von Experimentierfreude und Kreativität“. Vom Drehbuch und Storyboard, über die Produktion bis hin zum fertigen Film wird die Wiesbadener Film-Academy Unterricht in regelmäßigen Kursen, Seminaren und Workshops für alle Altersklassen angeboten. Ziel ist es bei Allem Spaß an der Sache „den Wissenshorizont in allen Fragen rund um bewegte Bilder zu erweitern“. Beim „Tag der offenen Tür“ steht das gesamte Team um Linke Rede und Antwort. Die Unterrichtsräume können besichtigt werden. An Ort und Stelle will man zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, aus einem Hobby mehr zu machen
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